Vom Hotel zur Coliving Community - Die Entstehung vom Domo Central


Das Hotel Leoneck wurde in nur 8 Wochen zu einem Coliving Haus mit 56 Zimmern, Gemeinschaftsküchen und Coworking Lounges umgebaut. In nur kurzer Zeit konnte das vorher leerstehende Hotel zu einem Ort für Gemeinschaft werden. Heute leben dort rund 60 Menschen, teilen sich nicht nur Küchen und Aufenthaltsräume, sondern auch Erlebnisse und Aktivitäten.

Doch wie entsteht so eine Coliving Community? Hier gibt es einen Einblick hinter die Kulissen der Entstehung.


Eigentümer von der Idee überzeugen

Der erste, wichtigste Schritt für eine Coliving Community ist ein dafür geeignetes Gebäude. TomoDomo ist deshalb immer auf der Suche nach interessanten Liegenschaften für Gemeinschaften. «Im Herbst 2020 haben wir mit Stephanie Portmann, Eigentümerin der Fred Tschanz AG, Kontakt aufgenommen», erzählt Sandro Kummer, Bauleiter bei TomoDomo.

Neben einem überzeugenden Konzept ist die wirtschaftliche Machbarkeit des Projektes ausschlaggebend. "Eine Coliving-Umnutzung muss für den Liegenschaftsbesitzer finanziell attraktiv sein, ansonsten lässt sich ein Projekt nicht umsetzen.", erzählt Johannes Peter, Gründer von TomoDomo.

Zusammen mit der Fred Tschanz AG wurden die Konditionen für eine Coliving Nutzung des Hauses verhandelt und Anfang 2021 stand der Vertrag.


Der Umbau und seine Herausforderungen

Nach den Vertragsverhandlungen wurde die Baubewilligung bei der Stadt Zürich eingereicht. Alle Abklärungen von Feuerpolizei, Lärmschutz und Denkmalpflege wurden gemacht, was teilweise zum Knackpunkt wurde. Auch die Abklärung der Statik war unerlässlich, da man mehrere Zimmer für die Gemeinschaftsräume zusammenlegen wollte.


Solche Abklärungen können, insbesondere bei einem Gebäude aus den 30er Jahren, längere Zeit in Anspruch nehmen.

Im August 2021 konnte schlussendlich mit dem Umbau begonnen werden.

Das Ziel: Eröffnung am 1. Oktober. Die Bauzeit von 8 Wochen war eher kurz. Vor allem weil es sich um ein älteres Gebäude handelte. «Da gibt es immer wieder Überraschungen», erzählt Sandro Kummer, Bauleiter. «Da begegnet man Rosshaar-Isolationen oder Hourdisdecken. Solche Überraschungen waren natürlich in der Bauzeit nicht eingerechnet.»


Wenn man die Rentabilität im Blick haben muss und die Zeit knapp wird, wird man erfinderisch. So wurde das Spachteln der Wände kurzerhand in einen Teamevent umgewandelt. «Spachtelspektakel hiess dieser Team-Abend, an dem wir alle selbst Hand anlegen durften. Das ist der grosse Vorteil in einem Startup und macht viel Spass», erzählt Andrea Frommenwiler, Marketing-Managerin.


Wie lief der Umbau ab?

Wie es sich in einem älteren Gebäude gehört, wurde zu Beginn eine Schadstoffanalyse durchgeführt, um schädliche Materialien wie Asbest ausschliessen zu können. Dieser Befund war zum Glück negativ.

Danach ging es an den Abtransport aller Einrichtungsgegenstände, die nicht mehr gebraucht wurden. Der Grossteil davon, wurde an Organisationen weitergegeben.


Es folgte der Abbruch resp. die Durchbrüche für die Gemeinschaftsräume. Für die grosszügigen Küchen wurden zwei bis drei Zimmer zusammengelegt. Entsprechend wurde auch die Haustechnik angepasst inkl. den Steigzonen.

Währenddessen erhielten alle 56 Zimmer eine sanfte Renovation. Wände wurden gestrichen und gespachtelt.

In den Küchen ging es weiter mit den Linoleum-Böden, welche pro Küche in einer anderen Farbe verlegt wurden. Dann folgte der Einbau der Küchen und die finalen Malerarbeiten.


Design mit individueller Geschichte

Das Designkonzept ist geprägt vom 30er-Jahre-Stil. Es nimmt die Geschichte des 1935 erbauten Hauses auf. Die neuen Aufenthaltsräume sind beispielsweise in Pastellfarben gehalten, welche in der damaligen Zeit oft verwendet wurden. Aufgrund der Rohstoffknappheit wurden die Farben damals mit weisser Farbe verdünnt.

Dazu meint Johannes Peter: «Jedes unserer Häuser ist sehr individuell gestaltet. Beim Domo Central wollten wir auf die Entstehungszeit des Gebäudes und die Nähe zum Central eingehen. Das «neue» Central soll eine Alternative zum anonymen Stadtleben bieten.»


Am Ende zählt die Teamarbeit

Parallel zum Einbau der Küchen starteten die Reinigungsarbeiten der Zimmer und die Möbelanlieferungen für einige Zimmer, welche neu möbliert wurden. Auch das Zusammenbauen der Möbel wurde vom TomoDomo-Team übernommen.

Zwei Wochen vor der Eröffnung fehlten aufgrund von Lieferverzögerungen noch Einbauherde und Arbeitsplatten. Damit die Bewohner trotzdem kochen können, wurden Ersatz-Herdplatten eingebaut.

Eine Woche vor der Eröffnung war das ganze Team vor Ort und packte tatkräftig mit an. Ob Schlüssel für die Bewohner erstellen, Zimmernummern anbringen, Moltons waschen oder die restlichen Möbel zusammenbauen und verteilen; alle halfen mit, wo es noch nötig war.

Dank der Teamarbeit und ein paar Nachtschichten konnte das Domo Central pünktlich zur Eröffnung fertiggestellt werden. Es ist unglaublich was in kurzer Zeit möglich ist, wenn alle mithelfen.


Zusammenarbeit mit dem Eigentümer

Eine gute Zusammenarbeit mit dem Eigentümer ist wichtig. «Mit der Fred Tschanz AG, welche ihre Büros im Haus haben, besteht ein enger Austausch und viel Sympathie. Gute Kommunikation und kurze Wege erleichtern die Planungs- und Umbauphase enorm», so Sandro Kummer.


Was bringt die Zukunft?

Und so leben nun rund 60 Menschen im neuen Domo Central und teilen sich vier grosse Gemeinschaftsküchen und weitere Gemeinschaftsräume. Zur Eröffnung war das Haus komplett ausgebucht. Die Nachfrage nach Räumen für Gemeinschaften steigt stetig. Und so wird das Domo Central wohl nicht das letzte Coliving Haus in Zürich sein.